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Asseln - Sein werden und Wandeln

 

Im Jahre 1984 gründete sich die EGV-Abteilung Asseln, die schnell zum mitgliederstärksten Verein in Asseln wurde.

1990 beging unser Ort bei bestem, ja fast zu heißem Sommerwetter sein 975-jähriges Jubiläum. Viele Orte aus der Nachbarschaft feierten in diesem Jahr ihr 950-jähriges Bestehen mit einem Festumzug, da sie in der 25 Jahre jüngeren Vita Meinwerci genannt waren. In Asseln entschloss man sich, den Tag u.a. mit einem historischen Markt zu begehen, nicht die schlechtere Wahl wenn man denn Erfolg betrachtet. Die Chronik berichtet uns von diesem denkwürdigen Wochenende wie folgt:

"Im Jahre 1015 wird Villa Aslan (Dorf Asseln) zum ersten Mal nachweislich urkundlich erwähnt. Aus diesem Anlass organisierten die Asselner Vereine unter der Leitung des Ortsvorstehers Josef Vogt das 975- jährige Dorfjubiläum. Eingeleitet wurden die Festtage mit einem Dankgottesdienst, der eigentlich unter freiem Himmel am Ehrenmal stattfinden sollte, jedoch wegen allzu großer Hitze in die Kirche verlegt wurde. Nach der Einweihung des neuen Dorfplatzes und Enthüllung des Gedenksteines erfolgte der Festzug zur Schützenhalle zur Eröffnung des Heimatnachmittages. Besondere Darbietungen waren: Mundartliche Vorträge, eine Modenschau von gestern und heute sowie Aufführungen der Frauentanzgruppe Asseln und der Akkordeongruppe. Bei Kaffee und Kuchen erlebten die Einwohner und die zahlreich erschienenen ehemaligen Asselner einen Hauch von damaligen Brauchtum und frischten alte Erinnerungen auf. Der erste Tag klang mit einem großen Festball in den frühen Morgenstunden aus. Am Sonntag wurde nach der Messfeier der große historische Markt entlang der Straße "Zur Egge" eröffnet. Zahlreiche Stände und Darbietungen mit altertümlichen Inhalten stellten den vielen Besuchern aus nah und fern dörfliches Leben und Treiben aus vergangenen Zeiten vor. Zu sehen gab es Herolde in mittelalterlicher Tracht, zahlreiche altertümliche Maschinen aus Ackerbau und Handwerk, eine alte Schmiede, eine Schusterwerkstatt, eine Holzfällerhütte, die alte Schule und auch Einrichtungen aus Bauernhäusern alter Tage. Zu Kosten gab es Kaffee aus frisch gerösteter Gerste, Würstchen und Fleisch aus der Hausschlachtung, Milchprodukte aus eigener Herstellung, altertümliche Gerichte wie Gersten- und Hafersalat, Grünkernfrikadellen, Vollkornwaffeln u.v.m.. Für die Kinder gab es Ponyreiten, Kutschfahrten, Fahrten mit alten Traktoren und eine luftgepolsterte Spielburg. Das kurz vor dem Fest fertig gestellte Heimatbuch fand zur Freude der Autoren Josef Vogt, Upsprunge (Wiemers Lehrer) und Willi Vogt, Auf den Röhren, (Pickers) reißenden Absatz. Das 126 Seiten starke Buch wird mit Sicherheit manche Erinnerung bei den Lesern wecken."

Soweit der Auszug aus der Chronik von Asseln.

Waren in den kleinen Orten so auch in Asseln noch bis vor wenigen Jahren die Dinge des täglichen Lebens zu erhalten so ist hier ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Gab es 1970 noch 3 Lebensmittelgeschäfte im Ort (Schlüters, Krawinkel (Hermes) und Jakobi), so gibt es Anfang der 90-Jahre keines mehr. Auch die Bäckerei Rüsing schloss in dieser Zeit. 1994 wurde dann seitens der Deutschen Bundespost die Poststelle Wienold (seit 1902 Posthalter in Asseln) dicht gemacht. In diesem Jahr wurde Asseln auch an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen. Von den bis zu 3 Gastwirtschaften im Ort (Schütte, Haus Cäcilia und Wienold) wird auch nur noch die letztere betrieben.

Allerdings ging auch die Siedlungsentwicklung weiter. 1993/1994 wurde die Wiese zwischen Dreker und Vogt (Rautemegger) als Baugelände (Bebauungsplan Lippsche Straße) ausgewiesen und erschlossen, insges. 9 Baugrundstücke wurden parzelliert. Ende 1994 konnte eine Satzung im Bereich "Windhausen - Auf den Röhren" in Kraft gesetzt werden die weitere 5 Bauplätze auswies. Der längst fällige Endausbau der Gemeindestraße "Auf den Röhren" erfolgte dann von August bis November 1999.

Am 2. März 1987 (Rosenmontag) sowie am 2. u. 3. Dezember 1988 sorgten Eisregenereignisse für erheblichen Baumbruch in unseren Wäldern, sogar Strommasten knickten um so dass die Stromversorgung für Stunden unterbrochen war. Alles war unter einem dicken Eispanzer verborgen.

In den Schlagzeilen war Asseln Ende der 90-Jahre durch den Bau vom seinerzeit größten Windpark im Binnenland in Europa, der zu großen Teilen auf Asselner Gemarkung errichtet wurde. 68 Windkraftanlagen, die vielfach durch heimische Landwirte bzw. Investorengruppen betrieben werden, erzeugen hier seit 1997/1998 Strom für 50.000 Menschen.

Nicht unumstritten war der Neubau des Eggetunnels nur rd. 1.500 m östlich der Ortslage im „Asselner Wald“. Der etwa 2,8 km lange Tunnel hat ca. 300 Mio. Euro gekostet, die Inbetriebnahme war im Herbst 2003 nach ca. 6-jähriger Bauzeit.

Am Sonntag, den 20. Oktober 2002, bestand die einmalige Gelegenheit, den noch im Bau befindlichen Eggetunnel zu begehen. An diesem Tag ruhten die Arbeiten im Tunnel. Morgens war erst erst etwas regnerisch, gegen 10.00 Uhr, der offiziellen Eröffnung, wurde es dann aber richtig schön. Bereits am frühen Morgen war Asseln mit PKW überfüllt und auch in Willebadessen wo am Südportal die Wanderung beginnen sollte war kaum ein Durchkommen, die Autos standen beidseitig vom Ort bis zum Fernsehturm. Viele tausend Menschen nutzten die Gelegenheit sich den Tunnel einmal von innen anzusehen, die Schätzungen reichten von 5.000 bis 10.000 Besuchern.

Der EGV Asseln hatte sich bereit erklärt im Anschluss an die Begehung für die Bewirtung zu sorgen und die Schützenhalle eingedeckt und auch einen Bierstand und einen Imbiss aufgestellt. Der Massenandrang sorgte für erhebliche Traubenbildung vor den Ständen, einen solchen Besucherandrang hatte Asseln noch nicht gesehen.  Vom Überschuss der Feier spendete der EGV dem Schützenverein für die Überlassung der Halle 2 große handgeschnitzte Hinweisschilder zur Schützenhalle die im Einmündungsbereich St.Johannesstr./Zur Egge angebracht wurden.

Auch durch den starken LKW-Verkehr durch das Dorf, vom Tunnel aus wurden 2 Bodendeponien in der Asselner Feldflur am Verbindungsweg Herbram-Lichtenau beschickt, hatte die Ortsdurchfahrt sehr gelitten. Im Zusammenhang mit einer angedachten Neugestaltung des Dorfteiches mit Spielplatz hatte ein Ingenieurbüro Ideen zur Aufwertung der Ortsdurchfahrt von der Bushaltestelle Ortsmitte bis zum Ortsausgang Richtung Herbram-Wald entwickelt. Nachdem der Stadtrat von Lichtenau der Maßnahme zugestimmt hatte und Fördermittel des Landes bereitgestellt worden waren begannen im Sommer 2004 die Arbeiten zur Aufwertung der Ortsdurchfahrt. Parallel dazu hatte sich die E.ON Westfalen Weser bereiterklärt, die Ortsteile Hakenberg, Asseln und Herbram der Stadt Lichtenau mit Erdgas, ausgehend von der Hauptleitung an der Torfbruchstraße, zu versorgen. Da in Asseln zu diesem Zeitpunkt die Arbeiten an der Straße anstanden wurde die Gasleitung in der Hauptstraße gleich mitgelegt. Im Sommer 2005 wurde dann die Ortsdurchfahrt vom Spielplatz Ortsmitte bis zum Ortsausgang Herbram-Wald fertig gestellt. Diese Maßnahme führte zu einer erheblichen Aufwertung des Ortsbildes.

Nachdem die Stadt Lichtenau in 2003 Meiers (Rabens) Wiese neben dem Friedhof als Baugelände erworben hatte wurde dort ein Bebauungsplan aufgestellt der insges. 22 Bauplätze vorsieht. In einem ersten Abschnitt wurden dann Ende 2005 8 Bauplätze erschlossen so dass für Asseln wieder Bauplätze zur Verfügung stehen.