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Asseln - Sein werden und Wandeln

 

Ihr 400-jähriges Jubelfest feierten die Asselner Schützen mit ihren Gästen dann vom 21. bis 23.09.1985. Höhepunkt sollte wie immer der große Festumzug durch das Dorf am Sonntag mit den vielen eingeladenen Gastvereinen sein, Antreteplatz war auf dem Sportplatz. Dunkele Regenwolken drohten schon den ganzen Tag, und tatsächlich, pünktlich zum Umzugsbeginn öffnete der Himmel seine Pforten. Die Asselner Schützen holten noch ihren König aus der Siedlung „Auf den Röhren“ ab und kamen dann recht nass in die Halle, die anderen Vereine ließen sich mit den Bussen direkt bis zur Halle fahren, der Umzug mußte ausfallen.

Die Asselner Schützenhalle am Ostrand des Ortes an der Straße „Zur Egge“ hat auch ihre eigene Geschichte:

Den wenigsten Besuchern dürfte bekannt sein – und nach dem Zustand der Halle ist es auch nicht ersichtlich- dass diese schon über 100 Jahre alt ist. Sie ist Ende des 19. Jahrhunderts vom Königlich-Preussischen Forstfiskus an der Straße von Lichtenau nach Willebadessen, etwa auf der Höhe des Eselsbettes, erbaut worden. Sie diente dort vermutlich als Lagerhalle bzw. zur Unterbringung von Strafgefangenen, die dort oder im benachbarten „Schwarzen Bruch“ Torf stachen.
1926 konnte der damalige Schützenverein Asseln die Halle erwerben. Sie wurde abgebaut und von den Asselner Bauern mit Pferdewagen geholt. Besonders der Betrieb Vogt (Meggers) hat mehrere Fuhren gemacht. In Asseln wurde die Halle auf dem Gemeindegrundstück am heutigen Standort wieder aufgebaut. Doch schon bald stellte man fest, dass Teile der Balken morsch waren. So wurden 1934 die bis dahin vorhandenen Bretterwände abgebaut und anschließend die offenen Seiten zugemauert. Josef Schmidt (t), Im Winkel 5, hat als 19-jähriger damals mitgemauert. Wie er berichtete, sind die Schützen im Herbst mit den Arbeiten angefangen. In diesem Jahr war es sehr nass, so dass die Steine aufgrund der Feuchtigkeit nicht vermauert werden konnten. In einem großen Kreis wurden sie turmförmig aufeinander geschichtet. In dem Steinturm wurde ein Feuer entfacht und die Steine so getrocknet und dann vermauert. Im Winter wurden die Arbeiten wegen strengem Frost unterbrochen. Im Frühjahr stellten die Maurer dann fest, dass die oberen Schichten des Mauerwerkes verfroren waren. So mußten Teile der Wände zweimal gemauert werden.
Im 2. Weltkrieg ruhten die Aktivitäten des Schützenvereines, der dem sog. „Verein für Leibesübungen“ beitreten mußte. Im Sommer 1940 wurden noch 8.000 Mauersteine vom Tondachsteinwerk Bonenburg für 264,- RM angeschafft, die politische Gemeinde übernahm zunächst die Kosten, der Verein mußte die Summe dann in Raten abzahlen.

Ab 1940 wurde die Halle durch die Kriegsverwaltung für die Unterbringung von Gefangenen genutzt. Im Kriegsgefangenenlager mit der Nummer „313“ waren zunächst 40 Polnische Gefangene untergebracht. Es folgten dann Franzosen (August 1942 54 Gefangene, März 1943 noch 28), dann kamen Russen, im März 1944 war die Halle mit 35 russischen Kriegsgefangenen belegt. Die gefangenen Soldaten arbeiteten tagsüber auf den Höfen oder im Walde und lagen nachts unter Bewachung in der Halle. Das Bewachungskommando bestand aus 3 Soldaten, „Hauptquartier“ war bei Surmund, Zur Egge.

Nach dem Krieg wurde festgestellt dass dass gesamte Inventar verfeuert worden war. Die Halle wurde von der britischen Militärverwaltung konfisziert. Ein serbisches Holzfällerkommando, ca. 50-60 Mann, rückte dann Ende September 1947 ein um im Wege der Reperationszahlungen Deutschlands an die Siegermächte Holz aus dem Wald zu schlagen und abzutransportieren. Einige Jahre nach Kriegsende waren in der Halle und in einem kleinen Anbau davor auch noch Flüchtlingsfamilien übergangsweise untergebracht. Die Rückübereignung des Grundstückes an die politische Gemeinde Asseln (Grundstückseigentümer) mit aufstehender Halle (Besitz des Schützenvereines) erfolgte 1950.

Während auf den alten Fotos die Asselner Schützen schon seit ehedem mit ihren auch heute noch bekannten Schützenkappen zu sehen sind, so trugen sie dazu lange Zeit einen "zivilen" Anzug. Im Jahr 1959 wurden erstmals Uniformen angeschafft, 60 Schützen bestellten sie zum Preis von 75,- Mark.
1969 erfolgte ein Anbau an die Westseite (ehem. Thekenbereich), 1974 wurde die Halle um den Küchenraum und den Bereich der heutigen Theke erweitert, finanziert durch den Verkauf der alten Schule durch die Gemeinde an Privat.
Im Sommer 1974 zeichnete sich ab, dass im Zuge der anstehenden kommunalen Neugliederung das Vermögen und der Grundbesitz der bis dahin selbstständigen Gemeinde Asseln der neu zu bildenden Großgemeinde Lichtenau zufallen würde. Der damalige Vorstand des Schützenvereines stellte daraufhin an den Gemeinderat den Antrag, dass Hallengrundstück und den östlich angrenzenden Parkplatz an den Schützenverein zu übertragen. Der damalige Gemeinderat folgte dem Antrag insoweit, als das dem Schützenverein das Hallengrundstück überlassen wurde. Die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch erfolgte im November 1974, wenige Tage vor dem Entstehen der „Stadt Lichtenau“ wie wir sie heute kennen.
Wegen Schwierigkeiten bei der Verdingung der Musikkapellen wurde das Schützenfest 1976 erstmals vom althergebrachten Pfingstfest auf die Woche davor verlegt. Den Montag morgen als Frühschoppen und Festausklang nutzen die Asselner Schützen seit 1979.
Bis 1992 erfolgten in ausschließlicher Eigenleistung durch den Verein und natürlich mit der Hilfe von Freunden und Gönnern zahlreiche Renovierungs- und Verbesserungsarbeiten in und an der Halle, z.B. die Deckenvertäfelung, Erneuerung von Tischen und Bänken, neue Fenster, Zufahrt an der Westseite, Trennwände, Lüftungsanlage und Lautsprecheranlage.
Mit dem Abriss des alten Toilettenhäuschens unmittelbar nach dem Schützenfest 1994 begann die bis dahin größte Erneuerung der Halle. Bis zum November errichteten die Schützen einen ca. 200 qm großen Anbau mit einer modernen Toilettenanlage, einem Jugendraum und einer erstmals installierten Öl-Heizungsanlage, die den alten brandschutztechnisch nicht mehr zugelassenen Gas-Kanonenrohrofen ersetzte. Zum Königsschießen 2003 war die alte Sektbar, ein Nebenraum der Halle, zum Abstellraum umfunktioniert, die neue Sektbar mit neuer Theke und Kühlmöglichkeit wurde im Jugendraum eingerichtet. Im April 2005 führten die Asselner den Bezirks - Jungschützentag Bürener Land mit ca. 450 Teilnehmern durch. In Vorbereitung des Festes wurde der Eingangsbereich neu gepflastert, die Kastanien hatten den alten Asphaltbelag hoch gedrückt. Westlich der Halle wurde gleichzeitig die Böschung durch Stützwände abgefangen.

Am 03.09.2006 gelang es dem Schützenkönig (und Schützenoberst) Bernhard Rüsing in Helmern, das Kreisschützenfest 2007, dazu auch noch das 50. Jubiläumsschützenfest, nach Asseln zu holen. Eine große Ehre, aber auch eine große Aufgabe kommt nun auf den Verein und den gesamten Ort zu.