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Windradabsturz 12.12.1999

Windrad-Crash

WindradabsturzDie Sicherungssysteme der im Dezember umgeknickten Windkraftanlage haben zu spät reagiert. Zu diesem Ergebnis kommt das Gutachten des Technischen Überwachungsvereins Nord (TÜV). Landrat Dr. Rudolf Wansleben hat deshalb gedrosselten Betrieb für neun baugleiche Anlagen verfügt.
Landrat Dr. Rudolf Wansleben hat am Mittwoch den Inhalt der umfangreichen Überprüfung mit den Worten zusammengefasst: "Die Schadensursache ist in der äußerst extremen Wetterlage am 12. Dezember zu sehen. Die Windkraftanlage und deren Rotorflügel wurden durch einen oder mehrere Blitzschläge getroffen. Extreme Windböen rissen dann einen Rotorflügel zum Teil ab. Die Anlage wurde dadurch in Eigenschwingung versetzt und stürzte um."
Der Gutachter habe in diesem Zusammenhang festgestellt, dass die eingebauten Sicherungssysteme zu spät reagiert hätten. In Absprache mit dem Gutachter hat der Landrat verfügt, dass die neun baugleichen Anlagen (Typ S 46 Südwind) im Kreis nur mit maximal 1.350 Umdrehungen pro Minute betrieben werden dürfen. Bereits im voraus waren dazu die Betreiber freiwillig bereit gewesen.
Die Verfügung über diesen gedrosselten Betrieb gilt so lange, bis neue Sicherheitstechnik nachgerüstet worden ist. Ihr Einbau müsse von den Betreibern nachgewiesen werden. Die Sicherungssysteme müssten bei zukünftigen Störungen zeitnah reagieren.
Auch die Hersteller halten es nach Kenntnis des Landrates für sinnvoll, die Windkraftanlagen mit elektronischem Vibrationswarner und Absteller nachzurüsten. Zum Teil seien solche Systeme bereits in Windkraftanlagen im Kreisgebiet eingebaut.
Da Windgeneratoren des Typs S 46 nicht nur im Kreis Paderborn errichtet worden sind, hat der Landrat dem Ministerium für Bauen und Wohnen in Düsseldorf eine Kopie des Gutachtens zur Verfügung gestellt.

Quelle
www.nw-news.de

 

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Wo rohe Kräfte sinnlos walten

Im Dezember 1999 traf während eines heftigen winterlichen Unwetters ein Blitzschlag den Rotor eines Windrades, dessen Stahlrohr daraufhin zusammen knickte. Seitdem liegen die einzelnen Teilstücke des Rohres und die Gondel auf dem Gelände seines Herstellers im Gewerbegebiet Leihbühl.
“Lichtenau aktuell” hat nachgefragt: Beim Geschäftsführer der Lichtenauer Firma “Energieteam”, Günter Benik, anerkannter Fachmann und Pionier der Windenergie. Mehrere Faktoren seien damals zusammen gekommen: Heftige Windböen, eine starke Auslenkung der Rohrspitze mit stärksten Schwingungen, auf die dann noch der Blitz als zusätzliche Kraft einwirkte. Dazu kam noch die vielleicht etwas zu träge Sensorik der Anlage, die die Drehbewegung der Rotoren früher hätte stoppen müssen. Eine Versicherung ist für den entstandenen Schaden eingetreten. Auf dem Fundament des alten Windrades steht nun ein neues, E 40 von Enercon, mit einem Rotordurchmesser von 44 Metern. Insgesamt 65 Anlagen umfasst jetzt der Windpark Asseln, Günter Benik zieht aus dem Windrad-Crash von Ende 1999 durchaus auch Posititves. Die Ergebnisse der Untersuchung der havarierten Anlage und die Erkenntnisse daraus werden für neue Planungen genutzt, etwa in Gutachten zur Auswahl von Windenergieanlagen.

Quelle
Lichtenau Aktuell, 7, 04/01